Musik im Herbst: The Von Bondies
Erinnert sich noch jemand an The Von Bondies? Oder anders gefragt: Kennt die überhaupt jemand? Kleine Gedächtnishilfe für Indie-Maniacs: 2004 hatte die Band einen kleinen Hit mit “C’mon C’Mon”, einem kurzen, rasend schnellen dreckigen Song, der eruptiv wie der Ausbruch eines Vulkans in die Gehörgänge schießt. Einer der besten Rocksongs dieses Jahrtausends. Mindestens. Ansonsten war mir von der Band nur bekannt, dass sich der Sänger eine Schlägerei mit dem Fußball-Hymnen-Komponist Jack White (“Seven Nation Army”) geliefert hatte und daraufhin ins Krankenhaus kam.
Jetzt aber habe ich ein neues Album von ihnen entdeckt: “Love, Hate and Then There’s You”, das im Februar in den USA veröffentlicht wurde. 12 brilliante, meist schnelle, hymnische Songs, die einem das Herz aufgehen lassen! Seit den guten alten Tagen der frühen 90er mit den “Lemonheads” und ähnlicher Garage-Bands ist mir keine vergleichbar intensive Musik aus den USA mehr zu Ohren gekommen. Einge Momente erinnern an die Pixies, manchmal gehen Melodielinien Richtung Sonic Youth – es gibt schlechtere Reminiszenzen! Wunderbare, dreckige Gitarren, atemberaubende Bassläufe, scheppernde Drums, die großartige Stimme des Sängers Jason Stollsteimer und ab und zu etwas “Doo-Wop” von reizenden Frauenstimmen im Hintergrund. Ach, wie schön kann das Leben sein, soviel Energie im ipod am Morgen – und der Tag ist dein Freund! Video: http://www.youtube.com/watch?v=wZXuG3zQmbI